Im Oktober 2025 durfte ich nach Irland reisen – auf der Suche nach dem, was diese Insel so besonders macht. Es war mein erstes Mal in Irland, entsprechend groß war meine Vorfreude. Was ich fand, war weit mehr als nur beeindruckende Landschaften: Es war ein Gefühl. Eine Mischung aus Weite, Ursprünglichkeit und dieser unverwechselbaren irischen Herzlichkeit, die jeden Moment prägt. Zwischen dem wilden Atlantik im Westen, dem Keltischen Meer im Süden und der bewegten Geschichte, die sich in Burgen, Schlössern und kleinen Dörfern widerspiegelt, entfaltet Irland eine überraschende Vielfalt auf kleinem Raum. Es ist ein Land, das entschleunigt – und gleichzeitig inspiriert.
Dublin
Zwischen Geschichte und Gegenwart
Die Reise beginnt in Dublin, einer Stadt, die Gegensätze mühelos vereint. Historische Fassaden treffen auf modernes Leben, traditionelle Pubs auf internationale Küche. Nach einem ersten Kennenlernen bei einem stilvollen Lunch und einer aktiven E-Bike-Tour entlang der Küste von Howth zeigt sich schnell: Dublin ist lebendig, offen und voller Charakter. Am Abend wird es klassisch irisch – bei gutem Essen, einem Glas Guinness und Gesprächen mit Einheimischen, die die Stadt so besonders machen.
Mit dem E-Bike um Howth
Nach dem Mittagessen starten wir zu einer E-Bike-Tour durch die Natur rund um Howth. Ein leichter Nieselregen begleitet uns, doch die Stimmung ist hervorragend – wir lassen uns den Spaß natürlich nicht entgehen. Ausgestattet mit Regenjacken und Handschuhen geht es los. Die E-Bikes entpuppen sich schnell als echte Speedbikes – besonders in der hügeligen Umgebung ein großer Vorteil, auf gerader Strecke muss man eher darauf achten, nicht zu schnell zu werden. So fahren wir entlang der Küste, durch Wohngebiete, über Feldwege und Wiesen. Zwischendurch werden wir ordentlich nass, doch unsere Guide ist so sympathisch und begeistert mit ihren Geschichten, dass wir komplett in die Region eintauchen.





Nach dieser aufregenden „Fahrradtour“ ging es in unser Hotel, dem Fitzwilliam Hotel Dublin. Dieses charmante Boutiquehotel liegt direkt gegenüber dem St. Stephen’s Green. Mein neu renoviertes Zimmer hat eine kleine Dachterrasse, von der aus man in den Park blicken kann. Das Haus verbindet zeitgenössisches Design mit einer angenehm ruhigen, persönlichen Atmosphäre – ein wunderbarer Rückzugsort mitten im Herzen der Stadt.

Irische
Pubkultur
Natürlich haben wir den Abend nicht im Zimmer verbracht sondern sind in einen der berühmtesten Pubs gegangen. Ein beliebter Treffpunkt, um sich am Abend noch auf ein Guiness oder Cider zu treffen, ist das O'Donogh. Bei Live-Musik sind hier alle gleich, die Business-Männer im Anzug und die jungen Menschen, am Ende zählt ein schöner Abend.
Connemara & Galway – Die Seele Irlands
Am nächsten Tag führt die Reise in den Westen – nach Connemara. Hier zeigt sich Irland von seiner ursprünglichsten Seite. Wir fahren vorbei an weiten Moorlandschaften, spiegelnden Seen und sattgrünen Wiesen. Diese Szenerie strahlt eine fast meditative Ruhe aus. Unser erstes Ziel ist das Ballynahinch Castle, ein Mitglied von Relais & Châteaux, idyllisch gelegen mitten in der Natur am Wild Atlantic Way. Nach einem exquisiten Mittagessen setzen wir unsere Reise fort. Der nächste Stopp wird schon lange erwartet: die DK Connemara Oysters Farm in der Ballinakill Bay. Bei einer privaten Führung lernen wir viel über die aufwendige Austernzucht, bevor wir diese natürlich auch verkosten – stilecht mit einem Glas Champagner. Es wird schnell klar, wie viel Arbeit und Know-how hinter einem solchen Produkt steckt. Auf dem Weg zum nächsten Hotel legen wir einen Stopp an der märchenhaften Kylemore Abbey ein, einer beeindruckenden Benediktinerinnenabtei, die die enge Verbindung von Natur, Kultur und Geschichte eindrucksvoll widerspiegelt. Bevor es weitergeht, besuchen wir noch die Micil Distillery, wo wir in die Welt von Whiskey, Gin und Poitín eintauchen und mehr über die traditionsreiche Herstellung erfahren. Am Abend erreichen wir schließlich unser nächstes Refugium: das Glenlo Abbey Hotel & Estate nahe Galway. Das Anwesen liegt ruhig im Grünen, nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Ein besonderes Highlight ist das Pullman Restaurant in einem originalen Orient-Express-Waggon – ein außergewöhnliches Setting für ein Dinner. Am Abend zeigt sich Galway von seiner lebendigen Seite. Die Stadt gilt als das kulturelle Herz Irlands – mit Live-Musik in den Straßen und Pubs, kleinen Cafés und einer entspannten, fast bohemischen Atmosphäre.





Cliffs of Moher & irische Kultur
Ein absolutes Highlight erwartet mich am nächsten Tag: die Cliffs of Moher. Abseits der bekannten Wege, begleitet von einem lokalen Farmer, wandern wir entlang der beeindruckenden Klippen. Ein erneuter Nieselregen kann dieser besonderen Erfahrung nichts anhaben. So entdecken wir die ikonische Landschaft aus einer ganz persönlichen Perspektive – rau, ursprünglich und beeindruckend. Noch intensiver wird das Erlebnis beim Besuch des Doolin Music House. In privater Atmosphäre werden wir in einem Wohnhaus empfangen, wo uns traditionelle irische Musik nähergebracht wird. Die gemütliche Umgebung, die Geschichten der Musiker und die Nähe zur Kultur machen diesen Moment besonders authentisch und berührend.





Ruhe und Eleganz
Am Nachmittag besuchen wir das Dromoland Castle, eines der exklusivsten Schlosshotels des Landes, bevor wir unser letztes Hotel erreichen: das Cashel Palace. Das stilvoll restaurierte Anwesen verbindet Tradition mit modernem Luxus und bietet eine ganz besondere Atmosphäre. Direkt am Fuße des eindrucksvollen Rock of Cashel gelegen, eröffnet sich hier ein einzigartiger Blick auf eines der bedeutendsten Wahrzeichen Irlands. Am Abend genießen wir ein gemeinsames Dinner in elegantem Ambiente. Der letzte Tag beginnt ruhig mit einer Yoga-Session, bevor wir bei einem Keramik-Workshop selbst kreativ werden. Jeder darf sich an der Töpferscheibe versuchen – gar nicht so einfach, wie es aussieht. Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit und das Kunstwerk ist dahin – aber ein Erlebnis war es trotzdem. Nach einem letzten Lunch im stilvollen Carton House geht es schließlich zurück zum Flughafen.





Mein Fazit
Irland ist kein klassisches Reiseziel – es ist ein Erlebnis. Es sind nicht nur die spektakulären Landschaften oder historischen Orte, die bleiben. Es sind die Begegnungen, die kleinen Momente und das Gefühl, angekommen zu sein. Ein Land, das entschleunigt, inspiriert und lange nachwirkt.

