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Hoteltipps

Zu wenig Zeit für Asien?

Eine Kombi mit Mandarin Oriental

Nur eine Woche Zeit, aber trotzdem Lust auf Asien? Eine Stadt soll dabei sein, aber eben nicht nur Stadt. Tropisches Feeling wäre schön, genauso wie ein paar Tage, an denen einfach gar nichts passieren muss. Gleichzeitig soll es sich aber auch wirklich nach Fernreise anfühlen: anderer Vibe, neue Eindrücke, spannende Küche, moderne Architektur und dieses Gefühl, ganz weit weg von Europa zu sein. Klingt ein bisschen nach der eierlegenden Wollmilchsau unter den Reisen. Dachte ich auch. Bis ich vor Kurzem Singapur und die Desaru Coast miteinander kombiniert habe. Und ziemlich schnell gemerkt habe: Genau diese Mischung kommt diesem Wunsch erstaunlich nah. Für mich war genau das der Reiz dieser Kombination: zwei völlig unterschiedliche Seiten Südostasiens in nur einer Woche, die sich nicht gegenseitig Konkurrenz machen, sondern erstaunlich gut ergänzen. Und weil ich beide Mandarin Oriental Häuser selbst erlebt habe, kann ich sagen: Wenn man wenig Zeit hat, aber trotzdem nicht auf Abwechslung verzichten möchte, ist das eine Kombination, die man sich definitiv merken sollte.

Singapur macht es einem erstaunlich leicht

Weit weg – und sofort angekommen

Singapur ist für so eine kurze Reise fast schon ideal. Die Stadt hat alles, was man sich von einer asiatischen Metropole wünscht, ohne dass man sich erst einmal an Chaos, Verkehr oder eine völlig neue Art des Reisens gewöhnen muss. Alles wirkt sauber, gepflegt, organisiert und erstaunlich entspannt. Gleichzeitig ist Singapur alles andere als langweilig oder austauschbar. Tropische Wärme, Palmen und üppiges Grün treffen auf futuristische Architektur, riesige Glasfassaden und eine Skyline, die besonders am Abend fast ein bisschen unwirklich aussieht. Dazwischen liegen immer wieder Orte, an denen man merkt, dass man eben nicht in Europa unterwegs ist. Man bekommt das Gefühl einer echten Fernreise, ohne dass die ersten beiden Tage dafür vergehen, sich überhaupt zurechtzufinden. Der einzige Punkt, an den man sich vielleicht doch kurz gewöhnen muss, ist der Jetlag. Aber auch darüber kann man hinwegsehen – vor allem, wenn die Anreise mit Singapore Airlines so angenehm und komfortabel beginnt.

Singapur kann ziemlich gut Tempo. Das merkt man spätestens, wenn man im Beiwagen einer Vespa durch die Stadt und über Teile des Marina Bay Street Circuit fährt. Genau über die Straßen also, die sich einmal im Jahr in eine Formel-1-Rennstrecke verwandeln. Seit 2008 wird hier mitten zwischen Wolkenkratzern das berühmte Nachtrennen gefahren. Und ja: Auch ohne Rennwagen fühlt es sich ziemlich gut an, einmal selbst über diese Strecke zu fahren.

Was Singapur aber mindestens genauso prägt wie Hochhäuser und Geschwindigkeit, ist Grün. Und zwar erstaunlich viel davon. Parks, bepflanzte Fassaden und Gärten sind hier seit Jahrzehnten Teil der Stadtplanung. Bereits in den 1960er-Jahren begann Singapurs Weg zur „Garden City“; heute verfolgt der Stadtstaat die Idee einer „City in Nature“, in der Natur noch stärker in den urbanen Raum integriert werden soll. Im Singapore Botanic Gardens wird schnell klar, wie ernst das gemeint ist. Mitten darin liegt der National Orchid Garden mit Zehntausenden Orchideenpflanzen – und natürlich auch der Vanda Miss Joaquim. Die Orchidee ist seit 1981 Singapurs Nationalblume und steht mit ihrer Widerstandsfähigkeit und ihrer ganzjährigen Blüte sinnbildlich für den Stadtstaat selbst.

Auf dem Wet Market stapeln sich Gewürze, Fisch und exotische Früchte, im Hawker Centre zischt es aus den Garküchen – und in Chinatown wird plötzlich sichtbar, wie Singapur überhaupt zu dieser kulturellen Mischung geworden ist. Schon im Stadtplan von 1822 wurde dieses Gebiet chinesischen Einwanderern zugewiesen, die vor allem aus Südchina kamen und hier ihre eigenen Gemeinschaften aufbauten. Heute treffen rote Lampions und kunstvoll verzierte Tempel auf historische Shophouses, kleine Geschäfte, Bars und Restaurants. Wir haben hier nicht nur sehr gut chinesisch gegessen, sondern bei einer traditionellen Teezeremonie auch gemerkt, wie viel Wissen in einer einzigen Tasse stecken kann: Welche Temperatur braucht welcher Tee? Warum wird die erste Tasse oft gar nicht getrunken? Und wie viel Ritual steckt eigentlich in etwas, das bei uns meistens einfach mit heißem Wasser beginnt?

Ein paar Straßen weiter wechselt Singapur schon wieder die kulturelle Richtung. Kampong Glam, oft als arabisches Viertel bezeichnet, war einst Sitz des malaiischen Sultans und entwickelte sich später zu einem wichtigen Zentrum muslimischen Lebens und Handels. Arabische Händler hinterließen deutliche Spuren – allein Straßennamen wie Arab Street, Muscat Street und Baghdad Street erzählen davon. Gleichzeitig war das Viertel von Anfang an viel internationaler, als sein Beiname vermuten lässt: Auch Händler und Bewohner aus Indien, China und anderen Teilen Südostasiens gehörten dazu. Dass wir ausgerechnet hier indisch essen gingen, passt also erstaunlich gut zur Geschichte des Viertels. Und genau das ist typisch Singapur: Die Kulturen stehen hier nicht fein säuberlich nebeneinander, sondern haben sich seit Jahrhunderten gegenseitig beeinflusst.

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Mandarin Oriental Singapore

Mitten drin, statt nur dabei

Direkt an der Marina Bay und nur etwa 30 Minuten vom Flughafen entfernt liegt das Mandarin Oriental Singapore mittendrin in genau der Kulisse, für die man in die Stadt kommt. Viele Highlights sind schnell erreicht, die Promenade beginnt praktisch vor der Tür und selbst ein Teil des Formel-1-Stadtkurses verläuft direkt durch das Viertel. Besonders schön fanden wir die großzügigen Suiten mit ihrem weiten Blick über Bay und Skyline – morgens genauso wie abends, wenn Singapur zu leuchten beginnt. Auch kulinarisch ist die Auswahl groß: vom chinesischen Cherry Garden über das italienische Dolce Vita bis zum internationalen embu und zum Mandarin Oriental Cake Shop. Dazu kommt die mehrfach ausgezeichnete MO BAR. Hier haben wir mit dem Reclaimed Sling 3.0 eine moderne Interpretation des Singapore Sling probiert. Ein Drink, der ziemlich gut zu Singapur passt: traditionsbewusst, kreativ und technisch einen Schritt weiter gedacht. Typisch Mandarin Oriental begegnet einem auch hier immer wieder der berühmte Fächer – jedes Hotel der Gruppe besitzt seine eigene Interpretation. In Singapur stammt sie vom Designer Hans Tan und greift mit Peranakan-Mustern, floralen Elementen sowie Rosa- und Grüntönen die multikulturelle Identität und das „Garden City“-Gefühl der Stadt auf.

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Ein Resort das lieber im Regenwald verschwindet

Nach ein paar Tagen Singapur war der Wechsel an die Desaru Coast genau das, was diese Reise noch besonderer gemacht hat. Wir blieben bei Mandarin Oriental, mussten uns also nicht komplett neu orientieren – Serviceverständnis, Handschrift und Qualität fühlten sich vertraut an – und trotzdem änderte sich innerhalb weniger Stunden praktisch alles. Aus Skyline wurde Regenwald, aus Stadtgeräuschen Vogelrufe und Affengeschrei, aus Rooftop-Drink plötzlich entspanntes Open-Air-Feeling. Von Singapur aus lässt sich Desaru Coast überraschend unkompliziert erreichen. Mit dem Auto dauert die Fahrt je nach Verkehr und Grenzsituation etwa zwei Stunden, alternativ gibt es eine direkte Fähre ab Tanah Merah, die rund eineinhalb Stunden unterwegs ist. Genau das macht die Kombination so angenehm: Man steigt nicht noch einmal ins Flugzeug, sondern wechselt innerhalb weniger Stunden von einer der modernsten Metropolen Asiens an die malaysische Küste.

Schon der Name passt erstaunlich gut: Desaru wird sinngemäß als „Dorf der weichen Palmen“ übersetzt – und genau dieses Bild hatten wir dort ständig vor Augen. Viel Grün, alte Bäume, tropische Geräusche und dazwischen immer wieder das Südchinesische Meer. Seit Anfang 2026 ist das ehemalige One&Only offiziell ein Mandarin Oriental. Spannend ist aber vor allem, was schon vorher da war. Das Resort wurde von Kerry Hill entworfen, einem der prägenden Architekten des tropischen Modernismus, dessen Handschrift man auch aus mehreren Aman-Häusern kennt. Und genau das spürt man hier sofort. Viel Holz, Stein, Schatten, offene Pavillons und Gebäude, die eher im Grün verschwinden, als sich in den Vordergrund zu drängen. Wir haben dieses Regenwaldgefühl tatsächlich überall gespürt. Man lief durch die Anlage und hörte ständig etwas rascheln, rufen oder springen – meistens waren es die Dusky Leaf Monkeys, die dort heimisch sind. Und mit etwas Glück saßen sie plötzlich direkt über einem im Baum. Ehrlich gesagt waren sie eines unserer heimlichen Highlights. Auch die Dusky Monkey Bar trägt ihren Namen nicht zufällig: Während der Bauphase soll einer dieser Affen immer wieder genau dort aufgetaucht sein, wo heute die Bar liegt – fast so, als hätte er den Platz selbst ausgesucht.

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So fühlen sich 105 Quadratmeter

Ruhe an

Die Suiten passen perfekt zu dieser Idee von viel Raum und viel Natur. Schon die Einstiegskategorien beginnen bei rund 105 Quadratmetern und fühlen sich eher wie kleine private Villen an. Schlafzimmer auf der einen Seite, ein riesiges Badezimmer auf der anderen und dazwischen ein offener Bereich mit eigenem Plunge Pool. Von außen wirken die Gebäude fast ein bisschen streng und reduziert, innen dafür warm, hochwertig und angenehm großzügig. Besonders die Rainforest Suites fanden wir stimmig, weil man dort dieses Gefühl hatte, wirklich mitten im Grün zu wohnen. Bei „Ocean View“ würden wir die Erwartung dagegen etwas relativieren – das Meer ist zwar da, aber nicht unbedingt der Hauptdarsteller.

Nur entspannen?

Muss man nicht

Unser ganz persönlicher Lieblingsplatz lag sowieso ein paar Schritte weiter: der 56 Meter lange Infinity Pool. Der Pool öffnet sich direkt Richtung Küste, ist von dichtem Grün eingerahmt und hat diese seltene Wirkung, bei der man schon nach wenigen Minuten das Gefühl bekommt, der Tag müsse eigentlich gar nichts mehr bringen. Wir haben dort wirklich verstanden, was mit „Rainforest Resort“ gemeint ist. Dabei ist Desaru alles andere als ein Ort, an dem man nur herumliegt. Wir waren Kajak fahren, haben Batik gemalt und sind zur Desaru Fruit Farm gefahren, wo wir erst mehr über lokale Früchte und Pflanzen gelernt haben und anschließend mit dem Quad über das Gelände gedüst sind. Gerade diese Mischung fanden wir schön: vormittags Spa oder Pool, nachmittags vielleicht doch noch einmal raus – aber nie mit dem Gefühl, irgendetwas „machen zu müssen“. Wer noch tiefer entspannen möchte, findet im Wellbeing-Bereich immer mehr Möglichkeiten dazu. Dieser soll zukünftig eine immer größere rolle spielen. Im Spa wurden alte Bäume bewusst in die Anlage integriert; mehrere der Banyan Trees auf dem Gelände sind rund 300 Jahre alt. Dazu kommen ein Yoga Pavilion im Freien, Anwendungen mit lokalem Bezug, Augustinus-Bader-Treatments und zunehmend Angebote, bei denen Bewegung, Natur und Regeneration stärker zusammenfinden. Mandarin Oriental positioniert Desaru inzwischen ganz bewusst als Ort für Retreats und regenerative Aufenthalte, also weniger „Spa als Zusatz“, mehr Wellbeing als Teil des gesamten Aufenthalts.

Was Malaysia auf den Teller bringt

Eine Küche zwischen Tradition, regionalen Zutaten und neuen Ideen

Das Frühstück im Ambara war für uns deutlich interessanter als das übliche große Hotelbuffet. Klar, es gab Brot, Gebäck, Obst und die klassischen Frühstücksgerichte – hängen geblieben sind aber vor allem die typisch malaysischen Speisen. Je nach Tag standen Dumplings, Suppen, Currys und Laksa auf dem Buffet, dazu tropische Früchte und dieser Wassermelonensaft, den wir am Ende eigentlich jeden Morgen bestellt haben.

Gerade da merkt man ziemlich schnell, wie vielfältig die malaysische Küche ist. Malaiische, chinesische und indische Einflüsse kommen hier ganz selbstverständlich zusammen, oft mit Kokosmilch, Chili, Kräutern und viel Frische. Das Spannende ist weniger, dass alles besonders kompliziert wäre, sondern dass die Aromen sehr direkt und unterschiedlich sind – und man schon beim Frühstück plötzlich deutlich mehr probiert, als man eigentlich vorhatte.

Besonders in Erinnerung geblieben ist uns aber ein Abend im Essential. Dort wurde uns ein mehrgängiges Menü serviert, und der Küchenchef kam zu jedem Gang an den Tisch, um zu erklären, welche Zutaten verwendet wurden, woher sie kamen und welchen Bezug sie zur Region hatten. Dadurch bekam das Essen viel mehr Persönlichkeit. Man merkte einfach, dass sich das Team Gedanken gemacht hatte und nicht nur ein Menü servieren wollte. Genauso war auch der Service insgesamt: herzlich, aufmerksam und angenehm ungekünstelt.

Unser schönster Abend in Desaru begann mit den Füßen im Sand. Direkt am Meer war kurz vor Sonnenuntergang ein privates BBQ für uns aufgebaut worden, und genau in dem Moment, in dem das Licht langsam goldener wurde, kam auch ein Live-Sänger dazu. Gegrillt wurden Lobster, Scampis, Fleisch und Gemüse, dazu gab es verschiedene Vorspeisen und später eine Crème brûlée mit Ananas. Was davon am Ende am meisten hängen geblieben ist? Gar nicht unbedingt ein einzelner Gang. Es war dieses Zusammenspiel aus Meeresrauschen, Musik, warmem Licht und dem Gefühl, einfach noch eine Runde länger sitzen bleiben zu wollen.

Warum diese Kombination so gut funktioniert

Kein großes Hin und Her, kein ständiges Kofferpacken, keine Reise, bei der man am Ende das Gefühl hat, zu viel gewollt zu haben. Stattdessen zwei sehr unterschiedliche Seiten Asiens, die sich überraschend gut ergänzen. Vielleicht gibt es die eierlegende Wollmilchsau unter den Reisen also doch. Zumindest dann, wenn man nur eine Woche Zeit hat und trotzdem auf nichts so richtig verzichten möchte.

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