Kalte Tage, grauer Himmel, der Winter zeigt sich von seiner ernsten Seite. Die Straßen sind nass, die Luft klar, die Tage kurz. Und Sie? Sitzen Sie den Winter aus – oder nutzen Sie ihn? Denn genau jetzt beginnt die Zeit, den Blick zu weiten und Winter neu zu denken. Viele Winterreisen folgen bekannten Mustern: gleiche Orte, gleiche Abläufe, gleiche Bilder. Doch der Winter kann mehr. Gerade abseits der klassischen Routen entfaltet er seine stärkste Wirkung. Orte, die nicht um Aufmerksamkeit werben, sondern sich erst erschließen, wenn man hinschaut. Winterabenteuer bedeutet heute nicht zwingend Skifahren von morgens bis abends. Es bedeutet, draußen zu sein – im Schnee, in klarer Luft, in Landschaften, die entschleunigen und zugleich Energie geben. Es bedeutet, Reiseziele zu wählen, die überraschen: mit ungewohnter Perspektive, mit Service, mit Atmosphäre. Genau diese Orte stehen im Fokus. Destinationen, die im Winter vielleicht ihre stärkste Seite zeigen. Ob in den Bergen Anatoliens, im hohen Norden Schwedens oder weit darüber hinaus: Dieser Winter lädt dazu ein, anders zu reisen. Und genau jetzt.
Ein Blick auf die Türkei
Ein Winter, den Sie so kaum erwarten würden
Wir schauen zu unserem orientalischen Klassiker: die Türkei. Viele kennen sie als mediterranes Sommerziel. Sonne, Strand, Badeurlaub. Doch wer im Winter genauer hinschaut, entdeckt auch eine völlig andere Welt – eine Welt aus Schnee, Weite und klarer Bergluft. In den anatolischen Bergen liegt der Winter ruhig und kraftvoll. Uludağ, Erciyes oder Palandöken begeistern mit Raum für lange Abfahrten, verschneite Hochplateaus, klare Tage. Und vor allem: Raum für Komfort. Und gerade beim Thema Luxus gibt es keine Abstriche: Winter in der Türkei ist kein Selbstorganisieren, sondern Service auf Augenhöhe. Sie landen – und Ihre Winterreise beginnt stressfrei. VIP-Airport-Services, chauffeurgefahrene Transfers, private Guides, maßgeschneiderte Tagesabläufe. Nach dem Tag im Schnee warten Spa-Rituale, Hammams und Feuer im Kamin. Sie wollen aktiv sein – aber nicht auf Komfort verzichten? Sie möchten Schnee, ohne sich durch Menschenmengen zu schieben? Genau dafür ist die Türkei im Winter gemacht. Ein Winterabenteuer für alle, die Individualität schätzen – und keine Lust auf Standard haben.
Die wichtigsten Skiregionen im überblick
Schneesicher, hoch gelegen, überraschend weit
Uludağ, nur rund 1,5 Stunden von Istanbul entfernt, gilt als das traditionsreichste Skigebiet des Landes. Die Pisten liegen auf etwa 1.750 bis 2.540 Metern Höhe, die Saison reicht in der Regel von Dezember bis Ende März. Mit rund 30 Kilometern Abfahrten, modernen Liften und einer guten Auswahl an Hotels direkt an der Piste ist Uludağ besonders attraktiv für alle, die Winter spontan mit einer Städtereise kombinieren möchten.
Wer es höher, weiter und alpiner mag, schaut nach Erciyes in Zentralanatolien. Der gleichnamige Vulkan ragt über 3.900 Meter in den Himmel, die Skiregion selbst liegt zwischen 2.200 und 3.400 Metern – Schneesicherheit garantiert. Mit über 100 Kilometern präparierten Pisten, weiten Freeride-Hängen und einer langen Saison bis in den April hinein zählt Erciyes zu den größten und modernsten Wintersportzentren der Türkei. Ein Pluspunkt: breite, übersichtliche Hänge, kaum Wartezeiten und viel Platz – selbst in der Hochsaison.
Noch ursprünglicher präsentiert sich Palandöken bei Erzurum im Osten des Landes. Die Region ist bekannt für ihre langen, zusammenhängenden Abfahrten – einige davon zählen zu den längsten der Türkei. Insgesamt stehen rund 70 Kilometer Pisten zur Verfügung. Die Höhenlage von bis zu 3.200 Metern sorgt für trockenen Pulverschnee und stabile Bedingungen von Dezember bis März. Palandöken ist ideal für alle, die sportliche Tage im Schnee suchen und abends die Ruhe schätzen.
Warum im Winter nicht einmal etwas anderes ausprobieren? Gerade in der Kombination aus Skifahren und Kultur ist die Türkei unschlagbar. Verbinden Sie Ihr Winterabenteuer doch mit ein paar Tagen in Istanbul oder mit Kappadokien – dort, wo morgens die Heißluftballons in die klare Luft steigen. Auch kulinarisch tischt die Türkei in der kalten Jahreszeit ordentlich auf: deftige anatolische Küche, geschmorte Gerichte, Suppen, frisches Fladenbrot – genau richtig nach einem Tag draußen. Unterm Strich ist Winter in der Türkei kein Standard-Skiurlaub, sondern Winter nach Maß: viel Platz, verlässliche Schneeverhältnisse, kurze Wege, exzellenter Service und dieses Gefühl, etwas entdeckt zu haben, das andere noch gar nicht auf dem Radar haben.
Dennis Kylau, Travel Designer
Schwedisch Lappland
Warum nicht dieses Mal Schwedisch statt Finnisch?
Finnisch Lappland kennt jeder. Rentiere, Weihnachtsdörfer, der obligatorische Besuch beim Nikolaus. Aber haben Sie sich schon gefragt, was Schwedisch Lappland eigentlich kann? Hier ist der Winter rauer. Echter. Schwedisch Lappland ist groß – wirklich groß. Es nimmt rund ein Viertel der Fläche Schwedens ein, und genau das spüren Sie im Winter sofort. Hier gibt es Raum für Schnee, für Stille, für Bewegung. Berge, Wälder, gefrorene Flüsse, Seen, Sümpfe und Inseln formen eine riesige, dünn besiedelte Wildnis, die im Winter ihre klarste Seite zeigt und ideale Bedingungen für echte Winterabenteuer bietet. Schneemobiltouren führen kilometerweit durch verschneite Landschaften, Huskys ziehen ihre Schlitten über zugefrorene Seen, Schneeschuhwanderungen und Skitouren eröffnen Perspektiven, die man in dichter besiedelten Regionen kaum findet. In manchen Teilen von Schwedisch Lappland leben übrigens mehr Huskys als Menschen. Der Winter gehört hier zum Alltag. Schwedisch Lappland ist Teil von Sápmi, dem Land der Samen, deren Leben seit Jahrhunderten eng mit Natur, Licht und Schnee verbunden ist. Die Frage ist nicht, ob Lappland etwas für Sie ist. Sondern: Warum nicht dieses Mal Schwedisch statt Finnisch?
Mit dem Condor Polar Air Shuttle fliegen Sie diesen Winter direkt ab München oder Hannover nach Arvidsjaur – ganz ohne Umsteigen. Die Verbindungen am Montag und Freitag eignen sich perfekt für ein langes Winterwochenende oder eine schöne Auszeit. Und da die Flüge bis Ende März 2026 laufen, lässt sich Schwedisch Lappland auch ganz spontan noch in den kommenden Wochen planen.
Die samischen Dialekte kennen rund 300 Begriffe für Schnee, weil jede Beschaffenheit, jede Veränderung eine Rolle spielt. Das Jahr wird in acht Jahreszeiten eingeteilt, angepasst an Klima, Licht und Rentierwanderungen. Winter ist hier fest verankert im Leben und bestimmt den Rhythmus der Region. Die Nähe zur Natur spüren Sie auch als Gast. In kleinen Lodges im Landesinneren rund um Orte wie Arvidsjaur, Jokkmokk oder Kiruna geht es um Atmosphäre, um Ruhe und um das Draußensein. Ergänzt wird das Erlebnis durch besondere Orte wie das Icehotel in Jukkasjärvi, das jedes Jahr neu aus Eis entsteht, das spektakuläre Treehotel hoch oben in den Bäumen oder das Arctic Bath, das selbst im tiefsten Winter einen spannenden Kontrast zwischen Kälte und Wärme schafft. Und wer Skifahren möchte, findet in Riksgränsen nahe der norwegischen Grenze eines der außergewöhnlichsten Skigebiete Europas – mit einer sehr langen Saison, viel Raum im Gelände und besonderen Lichtverhältnissen.
Und wenn Sie weiter fliegen möchten
Winter zwischen Pulverschnee und Onsen
Hier lohnt sich ein Blick nach Japan. Winter fühlt sich dort anders an – klarer und auf das Wesentliche reduziert. Vor allem im Norden des Landes, auf Hokkaido, fällt über Monate hinweg außergewöhnlich feiner, trockener Pulverschnee. Die Schneemengen sind konstant, die Bedingungen stabil, die Saison reicht meist von Dezember bis April. Skigebiete wie Niseko, Furano oder Rusutsu liegen zwar vergleichsweise moderat auf rund 300 bis 1.300 Metern Höhe, profitieren aber von kalten Temperaturen und Schneefall aus sibirischen Wetterlagen – ideale Voraussetzungen für tiefe, gleichmäßige Schneedecken und lange Tage im Powder.
Die Pisten sind weitläufig, übersichtlich und wenig verbaut, dazu kommen große Off-Pisten-Bereiche direkt angrenzend an die präparierten Abfahrten. Lange Runs, sanfte Waldabfahrten und offene Hänge wechseln sich ab, ohne dass es hektisch wird. Gerade im Vergleich zu europäischen Hochalpen wirkt Skifahren in Japan entspannter, fließender, fast meditativ – weniger geprägt von Geschwindigkeit, mehr von Rhythmus. Nach Stunden draußen folgt ganz selbstverständlich der Wechsel ins Warme. Heiße Onsen liegen oft in unmittelbarer Nähe der Skigebiete, sodass sich Bewegung und Erholung mühelos verbinden lassen. Der Kontrast aus kalter, klarer Luft und dampfendem Thermalwasser gehört zum japanischen Winter wie der Schnee selbst und gibt dem Tag eine natürliche Struktur. Auch jenseits der Pisten bleibt der Winter präsent. Städte wie Sapporo oder Kanazawa wirken in der kalten Jahreszeit ruhiger, strukturierter, weniger getrieben. Tempel, Gärten und Straßen gewinnen durch Schnee und Licht eine neue Klarheit. Japan ist kein Ziel für „mal schnell weg“. Aber für alle, die den Winter wirklich nutzen wollen. Für eine Reise, die sich bewusst anfühlt. Und die zeigt, wie unterschiedlich Winter sein kann.

