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Insidertipps

Warum Südkorea längst ein Teil meines Lebens ist

Michelle Somnitz für Sie unterwegs

Bevor ich das erste Mal nach Südkorea gereist bin, kannte ich das Land längst – ohne es zu merken. Koreanisches hat sich einfach in mein Leben geschlichen: Gerichte mit Kimchi – fermentierter Chinakohl mit Schärfe, der in Korea das All Time Food ist – die ich begeistert nachgekocht habe. Musik, die mich ständig begleitet. Serien, in denen ich mich verliere – oder vielleicht eher: hineinziehen lasse. Gesten, die mir mittlerweile vertraut sind. Südkorea erklärt nicht. Südkorea lässt erleben. Und ehe man sich versieht, trägt man ein Stück dieses Landes längst mit sich.

Vertraut und doch vollkommen neu

Ankommen in einem Land, das seine Kultur offen lebt

Als ich dort angekommen bin, war mir plötzlich vieles erstaunlich vertraut. Und gleichzeitig: eine völlig neue Welt. Eine Sprache und Schrift, deren Zeichen aussehen, als wären sie für Designer erfunden worden. Eine tiefe Höflichkeit, die man im Alltag spürt, durch Verbeugungen, Rücksicht und ein Miteinander, das ruhig und respektvoll wirkt. Eine Küche voller Fermentation und Schärfe. U-Bahnen, die aussehen, als würden sie täglich poliert werden. Ich finde es ganz besonders, wie offen Südkorea mit seiner Kultur umgeht. Nichts wirkt verborgen, im Gegenteil: Man spürt, dass sie erlebt werden möchte, mit einer Offenheit, die neugierig macht und das Land weltweit sehr zugänglich macht.

Alte Symbole, neue Formen

Wie Mythen, Rituale und Farben Koreas Gegenwart prägen

Mythen und Volksmärchen spielen bis heute eine große Rolle: der Tiger als Symbol für Schutz und Stärke, die Elster als Glücksbringer. Diese Motive tauchen nicht nur in Museen auf, sondern wirken modern und selbstverständlich in Street-Art, Design und Popkultur. Schamanistische Rituale wie das „Gut“ – mit Trommeln, Tanz und Gesang – leben in verschiedenen Performances weiter. Und Dancheong, die farbenprächtige Bemalung historischer Paläste, deren Farbordnung den Himmelsrichtungen folgt, begegnet einem plötzlich in Mode, Architektur und Grafik.

Kultur, die Türen öffnet

Wie ein Netflix-Film die Welt für Südkorea begeisterte

Noch spannender: Wie selbstverständlich Südkorea Tradition in moderne Medien übersetzt. Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt begegnen koreanischen Symbolen längst spielerisch in Serien, Musikvideos oder Games. Besonders neue Filme und Serien interpretieren Mythen und Figuren so charmant neu, dass sie wie popkulturelle Brücken funktionieren und eine ganze Generation für Korea begeistern. Und manchmal geht dieses Prinzip weiter, als man denkt: Ein Netflix-Animationsfilm wurde unerwartet zum meistgesehenen Netflix-Film aller Zeiten und löste einen weltweiten Korea-Boom aus. Kultur, die neugierig macht, ohne sich zu erklären. Die Tür geht einfach auf – und plötzlich möchten Menschen mehr erfahren: über koreanische Küche, Sprache, Geschichte und Orte.

Seoul, das schlagende Herz Koreas

Zwischen Palästen, Popkultur und dem Gefühl, genau richtig zu sein

Und kaum ein Ort zeigt das stärker als Seoul. Seoul hat für mich eine Wirkung, die ich in keiner anderen Metropole gefunden habe. Die farbenprächtigen Paläste wie Gyeongbokgung, deren Dancheong-Muster im Sonnenlicht schimmern. Die Gassen des traditionellen Hanok-Dorfs. Wer dort entlang schlendert – mit oder ohne Hanbok (traditionelle Kleidung) –, spürt sofort eine Verbindung zur Vergangenheit. Und dann wechselt Seoul plötzlich den Rhythmus: das Dongdaemun Design Plaza mit seiner futuristischen Architektur, das COEX-Areal, wo riesige 3D-Billboards bei Sonnenuntergang ein filmisches Lichtspiel erzeugen, das Einkaufsviertel Myeong-dong – laut, energiegeladen, duftend nach Streetfood. Rund um den N Seoul Tower zieht der Park täglich Menschen an, die hier spazieren, die Aussicht genießen und kurz durchatmen. Und oben, mit Blick auf das weite Häusermeer, versteht man plötzlich, warum Seoul für viele das Herz Koreas ist.

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Ein Ort der bleibt

Warum Südkorea für mich mehr ist als ein Reiseziel

Jeder Ort löst für mich etwas anderes aus – Ruhe, Staunen, Inspiration. Seoul ist eine Stadt, die mich darin bestärkt, mein Leben ein wenig zu romantisieren, bewusster hinzusehen und mich immer wieder auf Neues einzulassen. Ich plane schon mit Vorfreude meine nächste Reise dorthin. Denn jedes Mal, wenn ich Korea besuche, öffnet sich ein weiterer Teil dieser Kultur für mich: Südkorea möchte seine Geschichte, seine Schönheit und seine Rituale teilen – und lädt jeden, der offen dafür ist, dazu ein, ein Teil davon zu werden. Deshalb fühlt es sich für mich längst nicht mehr wie ein fernes Reiseziel an, sondern wie ein Ort, an dem ich immer wieder ein Stück von mir selbst finde.

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