Luxury Essence:
franzi mexiko titelbild mobile
Reiseberichte

Dürfen wir vorstellen? Mexiko

Ein Land mit mehr als nur einer Persönlichkeit

Mexiko lässt sich nicht mit einem einzigen Wort beschreiben. Das wurde mir spätestens auf dieser Reise klar. In Mexico City begegnete mir ein selbstbewusstes, weltgewandtes Mexiko, in Oaxaca ein kreatives und genussvolles. Yucatán führte mich tief in die Vergangenheit – und an der Riviera Maya wollte das Land irgendwann einfach nur noch die Schuhe ausziehen und ans Meer. Welches Mexiko möchten Sie kennenlernen? Das temperamentvolle? Das kunstverliebte? Das traditionsbewusste? Das kulinarische? Oder das, das am liebsten barfuß am Karibischen Meer sitzt? Ich würde sagen: am besten alle. Begleiten Sie mich auf meiner Reise und lernen Sie die vielen Persönlichkeiten Mexikos kennen.

Mexico City

Das Weltgewandte

Meine Reise begann in Mexico City – und rückblickend war genau das der richtige Einstieg. Vier Nächte würde ich hier unbedingt einplanen, denn die Stadt erschließt sich nicht in einem einzigen Moment. Zu unterschiedlich sind ihre Seiten: präkolumbische Geschichte, große Kunst, Streetfood, lebendige Viertel und dazwischen Orte, an denen es auch mal ruhiger wird. Mexico City habe ich als selbstbewusst, energiegeladen und kunstverliebt erlebt. Gleich am ersten Morgen kam der große Perspektivwechsel – und zwar wortwörtlich. Noch bevor die Stadt richtig wach war, stieg ich in einen Heißluftballon und schwebte über Teotihuacán. Unter mir lagen die Sonnen- und Mondpyramide sowie die Avenue of the Dead im frühen Morgenlicht. Nach der Landung ging es mit einem privaten Guide zu Fuß weiter durch die archäologische Stätte. Erst von oben, dann mittendrin – schöner hätte diese Reise kaum beginnen können. Danach zeigte mir die Hauptstadt, wie selbstverständlich sie zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechselt. Mexico City kennt die großen Namen der mexikanischen Kunst: Ich stand vor Diego Riveras monumentalem Werk Dream of a Sunday Afternoon in the Alameda Central und durfte Frida Kahlos Casa Azul besuchen, bevor sie für reguläre Besucher öffnete.

Persönliche Gegenstände, Kunstwerke und ihre berühmte Garderobe machen den Besuch noch einmal viel intimer. Und auch beim Essen bleibt Mexico City ganz es selbst – bei Tacos dort, wo auch die Einheimischen essen. Wenig später ging es wieder zurück in die Geschichte – durch den Templo Mayor nach den offiziellen Besuchszeiten, mitten hinein in die Welt des einstigen Tenochtitlán. Und genau diese Wechsel mochte ich an Mexico City besonders. Nach Kunst, Streetfood und Großstadt führte mich die Reise plötzlich hinaus aufs Wasser. In einer traditionellen Trajinera fuhr ich durch die Kanäle von Xochimilco zu einer der letzten Chinampas. Dort werden bis heute Gemüse, Kräuter und Blumen nach einer Anbaumethode kultiviert, die bis in mesoamerikanische Zeiten zurückreicht. Bei einem Mittagessen direkt auf der Chinampa wurde aus der Millionenmetropole plötzlich ein erstaunlich grüner, fast ländlicher Ort. Genau darin liegt für mich der Reiz von Mexico City: Kaum glaubt man, die Stadt verstanden zu haben, zeigt sie einem schon die nächste faszinierende Persönlichkeit.

franzi mexiko 10

Oaxaca

Das Kreative

Wenn Mexico City das Weltgewandte ist, dann ist Oaxaca für mich eindeutig das Kreative. Hier scheint vieles noch mit den Händen zu entstehen. In den kleinen Orten rund um Oaxaca durfte ich Menschen kennenlernen, die Handwerkstechniken bewahren, die über Generationen weitergegeben wurden. In San Martín Tilcajete werden aus Holz fantastische Alebrijes geschnitzt und anschließend von Hand bemalt. Anderswo entsteht die charakteristische tiefschwarze Keramik der Region oder werden Stoffe auf traditionellen Webstühlen gefertigt. Besonders in Teotitlán del Valle wird sichtbar, wie lebendig diese Traditionen bis heute sind. Der Ort ist für seine zapotekische Webkunst bekannt. Teppiche und Textilien entstehen hier in leuchtenden Farben, teilweise mit natürlichen Farbstoffen.

Oaxaca erzählt anders

Mit Stein, Handwerk und Geschmack

Auch die Geschichte Oaxacas liegt nie besonders weit entfernt. Monte Albán erhebt sich über dem Tal und erzählt von der zapotekischen Vergangenheit der Region. Auf dieser Reise konnten wir die archäologische Stätte außerhalb der regulären Besuchszeiten erleben – ein Moment, in dem ein ohnehin beeindruckender Ort noch einmal eine ganz andere Wirkung entfaltet. Und dann wäre da noch die zweite große Kunstform Oaxacas: das Essen. Auf Märkten und an kleinen Ständen begegneten mir handgemachte Tortillas, Tamales, heiße Schokolade und immer wieder neue Aromen. Essen und Kultur lassen sich hier kaum voneinander trennen. Dieses Mexiko möchte eben nicht nur angeschaut werden. Es möchte probiert werden.

Yucatán

Der Geschichtenerzähler

Yucatán war für mich der Geschichtenerzähler dieser Reise. Aber welche Geschichte möchten Sie zuerst hören? Die der Maya? Von kolonialen Städten? Oder von einer Region, die gleichzeitig überraschend modern wirkt? In Mérida begann dieses Kapitel nämlich ganz anders, als ich erwartet hatte: mit Ateliers, zeitgenössischen Künstlern und einem Dinner in einem privaten Studio. Schon hier zeigte sich, dass Yucatán nicht nur in der Vergangenheit lebt. Von Mérida aus veränderte sich die Reise schnell. Der Dschungel wurde dichter, die Spuren der Maya deutlicher. Wir besuchten eine Maya-Gemeinschaft, lernten mehr über bis heute lebendige Traditionen und fuhren weiter nach Uxmal. Später führte uns die Reise zu einer privaten Cenote – einem natürlichen, oft höhlenartigen Süßwasserbecken, wie es für Yucatán so typisch ist.

Eine Geschichte von Piraten und

Stadtmauern

Campeche erzählt eine ganz andere Geschichte. Die befestigte Küstenstadt musste sich einst vor Piraten schützen, die immer wieder die Küste bedrohten. Bis heute erinnern mächtige Tore, Bastionen und Festungsanlagen an diese Zeit. Beim Spaziergang durch die farbenfrohen Straßen fühlt es sich stellenweise an, als würde man für einen Moment in ein anderes Jahrhundert eintauchen. Doch Yucatán hatte noch längst nicht alle Geschichten erzählt. Mit Chichén Itzá wartete anschließend einer der berühmtesten Orte der Halbinsel, bevor Valladolid mit kolonialer Architektur, bunten Häusern und seinem wunderbar entschleunigten Rhythmus noch einmal eine ganz andere Seite der Region zeigte.

Jetzt übernehme ich einmal selbst die Rolle der Geschichtenerzählerin und erzähle Ihnen von einem Moment, der mir aus Yucatán besonders im Gedächtnis geblieben ist. In Becal durfte ich erleben, wie die berühmten Jipijapa-Hüte noch heute von Hand geflochten werden – und zwar in Höhlen. Allein dieser Ort hat mich sofort fasziniert. Die kühle, feuchte Luft sorgt dafür, dass die feinen Palmfasern geschmeidig bleiben und sich überhaupt so präzise verarbeiten lassen. Was mich daran so berührt hat, war aber nicht nur das Handwerk selbst. Hier kommt man einer Tradition ganz nah, die seit Generationen weitergegeben wird. Plötzlich versteht man, dass hinter so einem Hut viel mehr steckt als nur ein schönes Produkt – und auch, warum er genau hier und genau auf diese Weise gefertigt wird: Wissen, Geduld, Erfahrung und eine tiefe Verbindung zu diesem Ort. Genau solche Begegnungen liebe ich am Reisen – weil sie bleiben. Oft viel länger als die großen Sehenswürdigkeiten.

Riviera Maya

Das Entspannte

An der Riviera Maya durfte das Programm dann auch mal Pause machen. Und wo könnte das besser funktionieren als direkt am Karibischen Meer? Nach Tagen voller Tempel, Ateliers, Märkte und Begegnungen hieß es für mich hier vor allem: raus aufs Wasser, mit dem Katamaran entlang der karibischen Küste, zwischendurch an den Strand und einmal keinen nächsten Programmpunkt im Kopf haben. Übernachtet habe ich im Maroma, A Belmond Hotel – direkt am Meer und genau richtig für diese letzten Tage. Das Haus sitzt wunderbar eingebettet zwischen tropischem Grün und Strand und schafft genau den Rahmen, den ich mir am Ende einer solchen Reise wünsche: morgens das Meer vor der Tür, tagsüber Zeit für den Strand oder den Pool und abends ein Dinner, bei dem man nicht schon an den nächsten Aufbruch denkt. Mexiko konnte plötzlich einfach entspannt sein. Und die schwierigste Entscheidung lautete tatsächlich nur noch: Pool oder Meer?

Welche Persönlichkeit Mexikos würden Sie wählen?

Die Mischung macht’s

Am Ende kann ich Ihnen gar nicht sagen, welches Mexiko ich am schönsten fand. Ich glaube, das wäre auch die falsche Frage. Denn erst zusammen ergeben all diese Persönlichkeiten das Land, das ich auf dieser Reise kennengelernt habe: selbstbewusst und traditionsverbunden, kreativ und genussvoll, manchmal überwältigend und dann wieder erstaunlich entspannt. Viel spannender als eine Lieblingsstation zu wählen, war für mich zu erleben, wie unterschiedlich sich ein und dasselbe Land anfühlen kann – manchmal innerhalb weniger Stunden. Denn kaum glaubt man, es kennengelernt zu haben, zeigt es einem schon wieder eine neue Seite.

Melden Sie sich für unseren Newsletter an.